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Godus

Peter Molyneux ist in den letzten Jahren vor allem durch vollmundige Versprechungen zu seinen neuen Spieleprojekten aufgefallen. Die Erwartungen konnte er in den wenigsten Fällen erfüllen. Peters neuester Streich ist nun Godus, welches per Kickstarterkampagne finanziert wurde und sich derzeit in der Early Access Phase auf Steam befindet. „Godus versetzt Sie in die Rolle eines mächtigen Gottes, der jeden Zentimeter der Welt formen kann, auf die er hinunterblickt und auf der seine Anhänger siedeln und sich vermehren.“, verspricht die Produktbeschreibung. Das klingt gut, das klingt nach Populous in modernem Gewand. Grund genug um sich mal die Early Access Version 1.3.1 (nach eigenen Aussagen 41% fertiggestellt) anzuschauen.

Adam und Eva auf einer einsamen Insel

godus 2014-01-20 11-11-11-11Wir blicken zu Spielbeginn hinab auf eine kleine Insel auf der 2 Personen stehen. Fast alles ist in grau-blau gehalten und nur ein kleiner Kreis ist farbig. Schnell wird klar, dass wir nur im farbigen Bereich unsere göttliche Macht ausleben können. Diese besteht momentan darin Steine und Bäume durch Anklicken zu entfernen und somit in die Ressource „Belief“ umzuwandeln, sowie durch Klicken und Schieben der Maus die einzelnen Layer der Welt zu verschieben. Verschafft man dadurch genug Platz, werden automatisch Bauplätze für neue Hütten angezeigt und die Anhänger machen sich sogleich auf, diese zu errichten. Durch neue Hütten erweitern wir natürlich den Wohnraum und unsere Anhängerschaft wächst. Und das muss sie auch, denn nur mit mehr Anhängern erweitert sich unser Einflussbereich auf die Welt.
Kaum ist die erste Hütte errichtet und wir schaffen weiteren Bauplatz durch wegklicken von Steinen und Bäumen taucht nicht nur eine neue Baumarkierung auf, sondern auch ein kleines blaues Fähnchen flattert neben der bereits gebauten Hütte. Klicken wir diese an wird uns etwas „Belief“ abgezogen und der Bewohner macht sich auf die neue Hütte zu errichten. Nach getaner Arbeit kehrt er zurück und ein Timer zeigt an, dass er eine Weile ruhe braucht, bis er erneut zur Arbeit gerufen werden kann.

Nanu… ein Sammelkartenspiel?

Mit dem erreichen des 6. Anhängers ploppt eine Karte auf unserem Bildschirm auf – „Land Expansion“ heißt sie und unser Einflußbereich wird erweitert. Ein animiertes Sammelalbum erscheint und unsere godus 2014-01-20 11-21-16-91neu erhaltene Karte wird eingeklebt. Hier können wir auch sehen, was es sonst noch gibt z.B. Karten für neue Gebäude und dafür nötige Ressourcenkarten. Letztere bekommen wir aus Schatztruhen, die irgendwo in der Spielwelt vergraben sind. Wir müssen uns aber nicht dumm und dämlich suchen, denn eine kleine Animation über so einer Truhe zeigt uns wo wir zu graben haben. Nun ja, „graben“ ist der falsche Ausdruck. Da wir immer nur einen einzigen Layer verschieben können und die Truhen mitunter 2-3 Layer tief liegen, müssen wir den oberen Layer verschieben, dann den darunter und dann den darunter noch einmal, bis wir an die ersehnte Truhe kommen. Angeblich soll man später mehrere Layer auf einmal verschieben können, in der ersten Stunde kann man es jedenfalls nicht. Sei es drum, wir brauchen diese Truhen mit ihren Ressourcenkarten dringend, denn ansonsten können unsere Anhänger keine größeren Häuser bauen. Und größere Häuser bedeuten mehr Anhänger bedeuten erweiterten Einflussbereich für unsere Kräfte.

Endlich zu Hause

Nach und nach erforschen wir weitere Gebiete der Insel und stoßen auf einen Schrein. Dieser gibt uns eine Karte, in diesem Fall eine weitere göttliche Fähigkeit und zwar das Totem. Mit diesem können wir unseren Anhängern einen Punkt vorgeben, zu dem sie pilgern sollen. Das trifft sich gut, denn durch das Voranarbeiten auf unserer godus 2014-01-20 11-59-14-84Insel sind wir ans Festland gelangt, im Spiel nur als „Home“ bezeichnet. Da zwischen unseren gebauten Häusern und dem Hochplateau des Festlands etwas Abstand ist, setzen wir dort oben also das Totem hin, was uns etwas der Ressource „Belief“ kostet und schaffen wie üblich durch Geklicke und Geschiebe Platz für Häuser, die die zum Totem gepilgerten Anhänger auch brav bauen. Damit haben wir das Festland besiedelt, wir sammeln weiter Schatzkisten, verformen und entklicken die Welt, lassen Häuser errichten und langsam wirkt das alles repetitiv. Rechts oben wird uns mit der Besiedlung von „Home“ eine neue Ressource angezeigt, die stark nach Premiumwährung aussieht und auf Anklicken auch die Meldung ausspuckt, es gäbe noch nichts im Shop zu kaufen… ohje. Was machen wir nun mit unserem schönen „Home“? Wir planieren per Rumgeklicke die Gegend und arbeiten uns an einen weiteren Schrein heran der besonders imposant ausschaut…

Player vs. Player Multiplayer

Der Schrein entpuppt sich tatsächlich als etwas besonderes. Es wird das Event „Mount of the Gods“ gestartet, was auch immer das genau sein mag, und lässt uns mit Schritt 1 von 20 beginnen. Wir müssen im Wettbauen gegen einen Bot antreten, wer in 10 Minuten mehr Anhänger erreicht gewinnt. Wieso wir die Anzahl unserer Startanhänger zwischen 4 und 20 frei wählen dürfen und wieso wir weniger als das Maximum nehmen sollten erschließt sich mir nicht. In diesen 10 Minuten pusht Godus die Klicks pro Minute auf ein ganz neues Level – so schnell es eben geht klicken wir Steine und Bäume weg, schieben Layer umher und klicken blaue Fähnchen an. Man glaubt gar nicht wie lang 10 Minuten sein können. Natürlich gewinnen wir diesen ungleichen Wettkampf und erhalten als Belohnung neue Karten. Neben mehreren Ressourcenkarten ist auch ein neuer Anhängertyp dabei: Typ mit roten Haaren. Und damit ist die Stunde auch vorbei.

Fazit

Wer Godus spielen will sollte sich auf viel Geklicke einstellen – für meinen Geschmack deutlich zu viel Geklicke. Natürlich macht man das bei Diablo auch, aber wenn man hier Layer umherschiebt nur um sie anschließend wieder zurück zu schieben, wirkt das doch sehr nach ABM. Allgemein erinnert vieles an typische Facebookspiele: Ressourcen anklicken um sie aufzusammeln, abwarten bis Cooldownzeiten abgelaufen sind und immer wieder das gleiche tun um sein Reich auszuweiten. Bei mir wich die anfängliche Neugierde jedenfalls innerhalb dieser Stunde ziemlicher Langeweile. Während die Facebookspiele kostenlos zu spielen sind, werden für Godus 19€ verlangt. Im aktuellen Status des Spiels sollte man lieber Abstand davon nehmen. Aber vielleicht verwandeln die restlichen, noch fehlenden 59% des Spiels den Titel ja noch zu einem würdigen Populous-Nachfolger.

negativGodus ist eine Klickorgie, die ich frühestens nach Abschluß der Early Acces Phase erneut anschauen werde.