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Saints Row IV

Premieren-Angespielt für lau

Man ist es ja von Steam schon gewohnt: Fast jedes Wochenende lässt man uns kostenlos in ein Spiel hineinschnuppern. Dieses Wochenende war Saints Row IV an der Reihe. Und da ich den Vorgänger schon sehr gerne gespielt habe, ergriff ich diese Gelegenheit beim Schopfe und stattete Steelport erneut einen Besuch ab.

Ich erwarte mir von diesem Teil ehrlich gesagt weniger als von Teil 3, denn ich fürchte ich kann mit den neuen Superkräften wenig anfangen – schon inFAMOUS hat mich schnell gelangweilt. Das ist auch der Hauptgrund, weshalb ich den 4. Teil noch nicht gekauft habe. Viele lustige Anspielungen und unkonventionelle Quests, darauf freue ich mich aber sehr. Saints Row versuchte in den ersten beiden Teilen ein GTA zu sein, grenzt sich aber zum Glück seit Teil 3 deutlich ab. Die Spiele sind absolut überdreht und albern – ich bin gespannt. Schön ist auch, dass die Kampagne komplett im Koop-Modus spielbar ist, also starten wir zu zweit in das Abenteuer.

Durchhalten ist angesagt!

SR4 oder CoD?Die ersten Minuten sind wir zum Zuschauen verdammt. 5 Minuten lang schauen wir den Protagonisten zu wie sie in einer grau-braunen Umgebung stereotypische Terroristen beseitigen. Dann können wir endlich ins Geschehen eingreifen und selbst in farbarmen Räumen vermummte Gegner erschießen. Das fühlt sich eher nach Call of Duty an und das soll es wohl auch. Dann endlich kommt der von den Saints gewohnte Spin und zack – wir retten die Welt und werden Präsident der USA *fuck yeah*.

Bislang hatten wir einen Unisex-Kampfanzug mit Helm an, nun können wir unser Aussehen detailliert festlegen. Männlein, Weiblein, dick, dünn, stylisch, sexy oder einfach nur peinlich, weiß, schwarz oder lieber blau? – alles geht, nichts muss. Und der Sexappeal Schieberegler stellt wieder die Brust- oder Hodengröße ein. Wichtig für den Multiplayer sind natürlich auch die zahlreichen Positiven und Negativen Gesten, die schon beim einfachen Durchscrollen und Probeschauen zum Lachen bringen. Hier hat sich also im Vergleich zum dritten Teil nicht viel getan.

Als US Präsident geben wir eine Pressekonferenz und fällen auf den paar Metern dorthin noch ein paar wichtige Entscheidungen, die ich hier nicht Spoilern will. Bevor wir aber unsere sicher großartige Rede halten können sprengen Aliens die Decke und verkünden, dass sie die Besten der Besten der Besten in ihr Reich integrieren werden, man solle sich gefälligst freuen. Und damit werden die Saints entführt… und wir wachen in einer Sitcom der 50er Jahre auf, im Hintergrund läuft das Publikumsgelächter um unser Gang ist äußerst beschwingt. Bald schon erfahren wir, dass wir – Matrix lässt grüßen – in einer von den Aliens geschaffenen Scheinrealität sind, aus der es auszubrechen gilt. Unsere Mittel sind beschränkt, wir sorgen trotzdem für reichlich Chaos. Zur Strafe versetzt uns unser neuer Alien Overlord in eine Matrixversion von Steelport und hetzt uns einige richtig fies aussehende Alien-Straftäter auf die Versen.

Steelport 2.0 by Alien Overlord

2014-01-18_00001Nun sind wir dort, wo wir uns heimisch fühlen, in der Open World von Steelport. Die Stadt sieht im Kern aus wie in Teil 3, oben drüber wurden aber Alienbauten und Fluginseln gestülpt. Das macht alles einen sehr stimmungsvollen und zum Szenario passenden Eindruck. Aber sollte es nicht Superkräfte geben? Bisher haben wir noch keine, doch Computergenie Kinzie weiß rat. Wir müssen eine Gruppe Aliens aufmischen, die einen fiesen Alienstraftäter („das Monster“) unterstützen und anschließend letzteren zur Strecke bringen. Hurra wir unsere ersten Superkraft-Aufwertungspunkte! Und diese stecken wir in Superprung und Superprint. Diese werden sofort ausprobiert und was soll ich sagen… das Umherwetzen und über Hochhäuser Springen macht unheimlich Laune. Ich hätte es nicht gedacht, aber sogar bloßes Einsammeln von Datenpaketen (von denen es über 1000 gibt) macht Spaß. Viel sammeln können wir aber nicht, denn die Stunde ist um.

Fazit

Saints Row IV setzt dem abgedrehten 3. Teil noch eins drauf, verpasst dem Spieler zahlreiche Superkräfte und setzt auf bewährte Stärken. Ich muss zugeben, dass meine Befürchtungen dahingehend unnötig waren. Die Superkräfte machen das Spiel noch besser. Sie machen Spaß, sind hervorragend zu beherrschen und man fühlt sich einfach mächtig. Abwechslungsreiche Aufgaben und Minispiele sorgen sicher wieder für zahlreiche Stunden Spielspaß und wenn man die ersten Viertel Stunde mal ausblendet, macht der Beginn auf jeden Fall Lust auf Mehr. Nicht verschwiegen werden soll allerdings, dass das Spiel auch ein paar Macken hat. Die Physik der Fahrzeuge und erlegten Gegnern ist allgemein sehr fragwürdig. Die fliegen bei kleinsten Berührungen nur so durch die Gegend. Auch einige Charaktere waren zum Teil an falschen Plätzen und tippten z.B. in der Luft statt auf der Tastatur rum. Die Koop-Kampagne funktioniert gut, allerdings wird in gescripteten Sequenzen nur der Host dargestellt.

positivIch werde Saints Row IV auf jeden Fall weiterspielen, da es ein würdiger und verbesserter Nachfolger des sehr guten 3. Teils ist.